Archiv der Kategorie: Für Jugendliche

Das Gleiche…aber anders! – Weshalb uns Serien so faszinieren

TV-Serien sind ein Phänomen: Im Schnitt startet in den USA mehr als eine Serie pro Tag. Wer Netflix und Amazon Prime abonniert, erhält Zugriff auf über 2’000 Serien. Die Filmlesung «Das Gleiche…aber anders!» geht diesem Phänomen nach.

Was macht serielles Erzählen so unwiderstehlich? – Wie funktioniert die Beziehung zwischen Erzählern und Publikum? – Weshalb sind Serienzuschauer alles andere als passiv? – Mit welchen Erzählformen und Tricks werden wir bei Laune gehalten? – Und zum Schluss: Welche Qualen bereitet uns das Ende einer Serie?
Eine Filmlesung für Jugendliche und Erwachsene ab 12 Jahren.

Meine ganz persönliche Serien-Empfehlungen Serienempfehlungen (Version 1.0).
Ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Geschmacksgarantie und Suchtpotential.

Action! – Wie Bilder in Bewegung geraten

Das Kino ist ein paradoxer Ort: Wir werden von Filmen gefesselt, blicken gebannt auf die Leinwand, uns stockt der Atem vor Spannung. Und dennoch ist Kino Bewegung. So steht es schon in seinem Namen.

Wie aber dringt diese Bewegung über die Bilder in unseren Körper ein? – Ausgehend von Brian Selznicks wunderbarem Kinoroman «Die Entdeckung des Hugo Cabret» (Rezension siehe unten) und dessen Verfilmung durch Martin Scorsese entdecken wir «Action» vor und hinter der Kamera und kommen in einer spannenden (Zug)reise durch die Filmgeschichte den Grundlagen des Kinos auf die Spur.

Diese Filmlesung wird in zwei unterschiedlichen Fassungen angeboten, die den jeweiligen Alterstufen angepasst sind.

Fassung A: Für Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahren
Fassung B: Für Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren


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Brian Selznick
«Die Entdeckung des Hugo Cabret»
Aus dem Amerikanischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
544 Seiten
CBJ 2008

 

Was im angelsächsischen Raum eine «Graphic Novel» ist, wird bei uns mit «Comic» übersetzt. Doch Brian Selznicks Erzählung «Die Entdeckung des Hugo Cabret» ist kein Comic, sehr wohl hingegen eine Graphic Novel. Virtuos spielt Selznick mit seiner Doppelbegabung als Erzähler und Zeichner. Das Bild ist keine blosse Illustration des Textes – und den Text wiederum liest man nicht, weil man eine Erklärung für die Bilder benötigt. Die grossformatigen Bleistiftzeichnungen sprengen den Rahmen der Konventionen. Sie ermöglichen, was man sonst nur im Kino erlebt: Kamerafahrten, Nahaufnahmen, Überblendungen. Hat sich die Überraschung gelegt, gelingt es Selznick spielend, uns mit einem erstaunlich homogenen Lese-Seh-Fluss gefangen zu nehmen.

In unserem Kopf setzt sich der folgende Film zusammen: In den 1930er Jahren lebt die Waise Hugo versteckt in den verborgenen Gängen eines Pariser Bahnhofs. Sein Onkel hatte hier die Uhren am Laufen gehalten, bis er eines Tages spurlos verschwand. Seither kümmert sich Hugo darum, ohne dass irgendjemand von ihm wüsste – bis er vom alten Spielzeughändler Georges beim Klauen erwischt wird. Doch Hugo braucht das Aufziehspielzeug, um damit einen geheimnisvollen Automaten zu reparieren, den ihm sein Vater hinterlassen hat. Georges wiederum braucht Hugo, damit er sich aus seiner verschütteten Vergangenheit befreien kann. Georges‘ Patenkind Isabelle schafft eine Verbindung zwischen Hugo und Georges, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen einem alten und einem jungen Magier.

Erst nach und nach kommen wir diesem wunderbaren Buch auf die Schliche und erkennen, dass wir von einer zärtlichen Hommage an den Kinomagier Georges Méliès und die Anfänge des Kinos verzaubert wurden.

Thomas Binotto – erschienen in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 7. Mai 2008

 

 

Panem ist überall – Macht der Bilder, Bilder der Macht

Macht der Bilder und Bilder der Macht

Das Kino ist eine Maschine, die Illusionen so gestaltet, dass wir sie für Wirklichkeit halten. In Sekundenschnelle tauchen wir in Welten ein und lassen uns bereitwillig von einem Bilderstrom hinwegtragen.

Ausgehend von der Verfilmung der Trilogie «The Hunger Games» (Tribute von Panem) werfen wir einen Blick hinter die Macht der Bilder. Wir untersuchen den Mechanismus des Spiels von Realität und Fiktion. Und kommen dabei auch den Mitteln der Propaganda auf die Spur.

Wo thematisiert das Kino selbst dieses Spiel? – Wie funktioniert die Illusionsmaschine? – Darf man mit Bildern lügen? – Darf man mit Bildern für die gute Sache lügen? – Und kann der Bilderstrom auch gefährlich werden?

Eine brandaktuelle Filmlesung…

Arbeitsunterlage zu «Panem ist überall»

Animationsfilme – Wie man Bilder zum Leben erweckt

Der Animationsfilm ist älter als das Kino – denn alles hat mit der sensationellen Entdeckung im 19. Jahrhundert begonnen, dass man nämlich gezeichnete Bilder in Bewegung versetzen kann – sei es mit der Wunderscheibe, der Zaubertrommel oder dem Daumenkino.

Meine Filmlesung führt anhand von Filmbeispielen in die Ursprünge und Geschichte des Animationsfilms und erklärt dessen wichtigste Techniken. Wir staunen darüber, wie mit Scherenschnitten, Puppen, Knete, klassischem Zeichentrick, Anime, Perfomance-Capture-Motion sowie 3D-Animation Bilder zum Leben erweckt werden.

Die Filmlesung dauert eine Doppellektion und findet normalerweise im Schulhaus statt. Sie wird für alle Schulstufen ab 9 Jahren angeboten, wobei sie jeweils inhaltlich und formal dem Alter des Publikums angepasst wird.

für Kinder, Jugendliche, Erwachsene ab 10 Jahren

Zum Schreien komisch – Weshalb wir lachen, wenn wir lachen

Komödien kriegen kaum je Preise, weil sie als leichte Unterhaltung gelten. Dabei braucht es unglaublich viel Hirnschmalz und Knochenarbeit, wenn man die Kunst beherrschen will, uns zum Lachen zu bringen. Die Filmlesung beginnt mit einem Experiment und führt dann immer weiter hinein in das Geheimnis der gelungenen Komödie. Es werden Gags seziert – ohne dass dabei der Witz auf der Strecke bleibt. Auch das Nachdenken über das Lachen kann amüsant sein.

ab 10 Jahren (Mittelstufe, Oberstufe, Erwachsene)

Kapitel «Komödie» aus «Mach’s noch einmal, Charlie!» von Thomas Binotto

Fessle mich! – Die Regeln des Suspense nach Alfred Hitchcock

Das Kino ist ein grandioser Angst-Simulator. Im Thriller setzen wir uns freiwillig Situationen aus, denen wir im wirklichen Leben möglichst ausweichen. Alfred Hitchcock hat 53 Filme gedreht – fast alles Thriller – und ist bis heute der unübertroffene Grossmeister dieser Angstmaschine geblieben. Welches waren die Regeln seiner Kunst, an die sich heute noch jeder gelungene Thriller hält?

ab 12 Jahren (Oberstufe, Berufsschule, Gymnasium)

Kapitel «Thriller» aus «Mach’s noch einmal, Charlie!» von Thomas Binotto

Darf‘s ein Bisschen mehr sein? – Vampire von Nosferatu bis Edward Cullen

Die neue Faszination für den alten Mythos bietet Anlass für einen Streifzug durch die Geschichte des Vampirfilms. Dieser führt von Friedrich Murnaus Stummfilmklassiker «Nosferatu» bis zu Francis Ford Coppola «Bram Stoker’s Dracula» und wird von zahlreichen Filmausschnitten auf der Kinoleinwand begleitet. In welchen Varianten und Gestalten kehren Vampire im Kino wieder? Und was haben sie mit unseren Sehnsüchten – und mit den Möglichkeiten des Kinos zu tun?

ab 12 Jahren (Oberstufe, Berufsschule, Gymnasium)

Artikel zum Thema von Thomas Binotto